Personal Branding für Frauen: Wie du sichtbar wirst, ohne dich zu verbiegen

Personal Branding. Zwei Worte, bei denen viele Frauen innerlich die Augen verdrehen.

Und ich verstehe das. Weil Personal Branding oft so verkauft wird, als müsstest du dich auf eine Bühne stellen und laut rufen: Schaut her, wie toll ich bin!

Das ist nicht mein Verständnis von Personal Branding.

Für mich bedeutet Personal Branding: Klarheit darüber, wofür du stehst. Und die Fähigkeit, das auch nach aussen zu zeigen. Ohne Show. Ohne Verbiegen. Ohne jemand zu sein, der du nicht bist.

Der grösste Mythos: Personal Branding ist Angeben

Nein. Ist es nicht.

Personal Branding ist Kommunikation. Du sagst der Welt, wer du bist und was du kannst. Nicht mehr und nicht weniger.

Das machen wir alle. Jeden Tag. Wie du dich im Meeting verhältst, wie du E-Mails schreibst, wie dein LinkedIn-Profil aussieht. All das erzählt eine Geschichte über dich.

Die Frage ist nur, ob du diese Geschichte bewusst gestaltest oder ob du sie dem Zufall überlässt.

Warum Frauen es sich schwerer machen

Ich beobachte in meiner Arbeit ein klares Muster. Männer haben oft weniger Hemmungen, sich zu positionieren. Nicht weil sie besser sind. Sondern weil sie anders sozialisiert wurden.

Frauen wurde beigebracht: Sei bescheiden. Stell dich nicht in den Vordergrund. Lass deine Arbeit für sich sprechen.

Das ist wie eine Schallplatte, auf der sich über die Jahre immer mehr Dreck angesammelt hat. Die Musik darunter ist immer noch klar und stark. Aber man hört sie kaum noch.

Im Coaching und in der Beratung helfe ich Frauen dabei, diesen Dreck abzutragen. Zurück zur klaren Musik. Zu der Person, die sie eigentlich sind, wenn niemand ihnen sagt, sie sollen leiser sein.

Dein Personal Brand startet nicht auf LinkedIn

Ein Fehler, den ich oft sehe: Frauen wollen «sichtbar werden» und starten mit dem LinkedIn-Profil. Sie optimieren die Headline, posten ihren ersten Beitrag und fühlen sich unwohl dabei.

Warum? Weil der Schritt davor fehlt.

Bevor du nach aussen gehst, brauchst du Klarheit nach innen.

Wofür stehe ich? Was macht mich einzigartig? Wen will ich erreichen? Was ist das Problem, das ich löse?

Wenn du diese Fragen klar beantworten kannst, wird alles Weitere leichter. Dein Profil, dein Content, dein Elevator Pitch. Alles fliesst daraus.

Wenn du sie nicht beantworten kannst, wird alles nach aussen sich konstruiert anfühlen. Weil es das dann auch ist.

Drei Schritte für den Anfang

Erstens: Nimm dir eine Stunde und schreib auf, was dich beruflich auszeichnet. Nicht was auf deinem CV steht. Sondern was Menschen an dir schätzen. Frag drei Leute, die dich gut kennen, was sie an dir als Erstes empfehlen würden.

Zweitens: Definiere, für wen du sichtbar werden willst. Nicht «alle». Sondern ganz konkret. Wer ist die Person, die von deiner Expertise am meisten profitiert?

Drittens: Starte z.B. mit dem «Rad der Sichtbarkeit». Das ist ein Tool, das ich für UNIQ entwickelt haben. Es zeigt dir auf einen Blick, wo du in acht Bereichen stehst und wo die grössten Hebel liegen. Du findest das Worksheet kostenlos auf der Website.

Authentizität ist die beste Strategie

Am Ende ist Personal Branding ganz einfach. Sei du. Zeig, was du kannst. Und hilf den Richtigen, dich zu finden.

Nicht mehr. Nicht weniger.

Wenn du dabei Unterstützung möchtest: Lass uns reden.

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Über die Autorin: Annika Huesmann ist Business Coach und LinkedIn-Beraterin in Zürich. Über 15 Jahre Berufserfahrung, davon 5+ Jahre in Markenberatung und einer Ausbildung zur zertifizierten Coach (Dr. Bock Akademie) begleitet sie heute Frauen bei beruflicher Neuorientierung und professioneller Positionierung. [Kostenloses Erstgespräch buchen →]

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